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Wo die Zitronen blühen
Mittwoch, 20. Mai 2009

venedig-detail

Ein heiterer Vorsommernachmittag, kaum eine Wolke streift am Himmel. Von See her weht uns eine milde Briese übers Haar. Sanft ruht der Küstenstreifen. Auf einer Stange im Fensterbogen hat sich ein Papagei niedergelassen, und draußen auf dem Meer kreuzt schwerelos ein Fischerboot. Wir trinken einen Cappuccino, das Knacken der Zikaden im Ohr.

"Hast du gehört", sagt unsere Filmemacherin Gertrud Schweers, "Mülheim nennen sie das Venedig an der Ruhr". Venedig? Mein Blick wird klarer; die Kraft des Wirklichen zieht mich hinfort. Diese Küste kann nicht Venedig sein! Nicht einmal Italien! Dieses ist nicht das Land, wo die Zitronen blühen. Das Meer rückt in die Ferne, die Küsten schwinden. Der Himmel trübt sich – und übrig bleibt eine milchig blaue Farbgrundierung. Oberhalb davon kommt eine Brüstung ins Bild, mit Blumenrabatten; dahinter erhebt sich ein Haus mit weißem Spritzputz. Was, bitte schön, ist das?

Wir sitzen unter einem Schirm vor der "Kortum Stube" in Mülheims Altstadt und blicken auf eine Garagenmauer gegenüber. Die hat ein Künstler mit einer Mittelmeer-Impression versehen. Großes Illusionstheater! Hier dringt der Süden in die Herzen und in den Außenputz!

Mit Venedig hat diese Ansicht natürlich nichts zu tun. Aber so ganz lässt uns der Gedanke doch nicht los. Nach dem Canale Grande von Mülheim müssen wir noch suchen, beschließen wir, während der Cappuccino vor der "Kortum Stube" langsam abkühlt. Denn reizvoll ist das vorderhand Unauffindbare. Wie meinte der Passant, den wir nach dem Weg zur Mülheimer Altstadt fragten, lachend: "Eine Altstadt?! – In Mülheim?!" Und siehe, es gibt sie! Hinter ein paar Häuserecken, ganz versteckt und klein. In diesem Sinne: Die italienischen Gewässer, die werden wir auch noch entdecken. Hand drauf.

Christian Rakow, 0:22 Uhr

venedig

 

Kommentare (1)

21. Mai 2009, 08:05
Antonio: ...
Lieber Herr Rakow, schauen Sie sich doch mal das alte Rathaus an. Da werden Sie Venedig finden, beziehungsweise wie man es am Anfang des 20. Jahrhunderts interpretierte. Denn die Industriellen, aus deren Steuergeldern dieser Prachtbau finanziert wurde, hatten mindestens so viel Selbstbewußtsein, wie die Kaufleute der Renaissance, die Venedig blühen ließen. Der Rathausturm ist als Campanile konzipiert. Selbst noch die Stadthalle greift dieses architektonische Konzept auf: ein Hauch von Dogenpalast, fiftiesdurchweht, die aus naheliegenden Gründen den Größenwahn doch relativierten, und in diskrete Eleganz überführte. Ja.

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