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Theater an der Parkaue Berlin – Wolf Bunge inszeniert Peer Wittenbols "Die Schutzhütte"

"Die Schutzhütte" – Kinderstimmen und Kritik

Francis, 9 Jahre:

"Also, das Stück war gut, aber es war auch ein bisschen schwer sich hineinzuversetzen. Weil es sehr heiß war – und dann so ein Polarfilm. Es war auch spannend, und es war lustig, weil man bei dem Bein zum Beispiel kein Blut gesehen hat. Das Meiste war unglaubwürdig. Zum Beispiel wenn man das Bein rausreißt, kommt meistens auch Blut. Oder wenn der Herd explodiert, dann kinderzelt2kommt eigentlich noch Feuer raus."

Luisa, 10 Jahre:
"Am besten hat mir die Schauspielerin, die den Jungen gespielt hat, gefallen. Die war so lustig. Ich habe die ganze Zeit geschwitzt, und da konnte ich mir die Kälte nicht richtig vorstellen, auch wie die Schauspieler das aushalten, weil die ja richtig dicke Mäntel angehabt haben. Aber sie haben sehr gut gespielt, deshalb konnte ich es mir dann doch ein bisschen vorstellen."

Augustin, 9 Jahre:
"Ich fand's gut. Es war nicht schwer sich vorzustellen, dass es da kalt war. Wenn man gut zugehört hat, hat man’s auch so ein bisschen gemerkt, dass es da kalt sein könnte. Es war auch gut gemacht. Und immer wenn jemand verletzt war, wurde der von den ganzen Leuten mit so einem Koffer wieder in Ordnung gemacht."

Alexander, 10 Jahre:

"Mir gefiel irgendwie der Eisbär, und wenn die Tür dann später aufging und der Pinguin zum Vorschein kam. Meine Lieblingsfigur war der Kapitän."



Vorschule zu Beckett

von Christian Rakow

26. Mai 2009. Sonnenschein im MüGa-Park. Es ist kochend heiß im Zirkuszelt der KinderStücke '09. Aber schwieriger als wir haben es beileibe die fünf fabelhaften Schauspieler vom Theater an der Parkaue Berlin. Denn sie stecken in dicken Seemanns-Fellen, schmutzig geschminkt wie Barbaren aus grauer Vorzeit, um uns mit ihrem Stück "Die Schutzhütte" an den nördlichen Polarkreis zu entführen. Ein furioses Chor-Intro klärt auf: Ihr Expeditionsschiff hat sich im arktischen Eis festgefahren, und nun warten die Seefahrer in einer selbst gebauten Schutzhütte auf die Frühjahrssonne, die es wieder frei schmelzen könnte.

Im Nonsense-Packeis

Die drohende Langeweile in der Hütte (ihr weißer Innenraum ist von Bühnenbildnerin Angelika Wedde auf eine schräge Ebene gesetzt) wird zunächst durch Nonsens-Geschichten und mit Gefallen an schmutzigen Wörtern bekämpft: Pisse, Kacke, Arsch, Schnauze. Dann aber nimmt die Handlung Fahrt auf. Denn unter der Mannschaft befindet sich eine Frau (mit Schelmenwitz und großem Schnauzbart: Franziska Ritter). Und das ist ein Problem: "Frauen und Hühner sind wie die Pest an Bord", lässt der kantige Kapitän Barents (Eckhard Doblies) wissen.

Und weil dieser Seemannsaberglaube anscheinend stimmt, treten reihenweise unerhörte Unglückfälle ein: Dem Kapitän reißt ein Eisbär (unter dem Kostüm, offenbar saunagestählt: Florian Simon) das Bein ab. Ein stets auf Meuterei abzielender Matrose (Jonas Hartmann) verliert sein Augenlicht. Der Dumpfbacke der Mannschaft (Mathias Biele) frieren die Ohren ab. Und der ebenfalls etwas begriffsstutzige Geliebte der verkleideten Frau (Stefan Faupel) verliert seine Zunge. Die betreffenden Körperteile werden dabei mit großem Vergnügen am Slapstick-Ekel vorgezeigt.

Splatter mit Knochenresten

Die Crew von der Parkaue, Deutschlands führendem Kinder- und Jugendtheater (und einzigem Staatstheater in dem Bereich), weidet sich unter der Regie von Wolf Bunge mit großer Selbstverständlichkeit am absurden Humor ihrer Fabel. In einer schrillen Splatter-Show wird das abgerissene Bein des Kapitäns präsentiert (blutig, mit herausstehenden Knochenresten!). Der Eisbär springt ins Publikum und zerrt die jungen Zuschauer an ihren Beinen. Selbst das Küssen will man dort (beinah) probieren (Reaktion einer jungen Zuschauerin: „Aaaargh“!). Überall regiert die Lust am freien, ungezügelten Spiel, die Lust, das Quatschmachen als künstlerisch wertvoll zu entdecken.

Es ist gewissermaßen die Vorschule zu dem Theater eines Samuel Beckett, bei dem sich auch oft tragikomische Antihelden mit Witz und Selbstzerfleischung gegen den Unsinn ihres Schicksals stemmen. Anders als dort gibt es für die Schiffsfahrer in der Schutzhütte allerdings Rettung: Die Frühlingssonne bricht hervor, und langsam humpeln die Versehrten ihrem Schiff und dem Horizont entgegen.


Die Schutzhütte (DEA)
von Peer Wittenbols
Aus dem Niederländischen von Uwe Dethier
Regie: Wolf Bunge, Bühne/Kostüme: Angelika Wedde, Dramaturgie: Kay Wuschek. Mit: Mathias Biele, Eckhard Doblies, Stefan Faupel, Jonas Hartmann, Franziska Ritter, Florian Simon.

www.parkaue.de

 

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