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Presserundschau zur Jurydebatte und Preisvergab
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ruhrpod 6 – Hier und Jetzt
Gosch ist tot. Ich dachte hier kommt was. Oder ist die Sei
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Was soll das, "I thelen"? Das tut nichts zur Sache. Intere
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liebe sabine. du bist doch gar keine sabine. du bist doch
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was soll denn daran bedenkenswert sein? dass peymann sagt,
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Das sind doch bedenkenswerte Argumente von Claus Peymann,
Kommentar zur Jurydebatte um den 34. Mülheimer
Ja, das ist schade, daß Jelinek keine echte Konkurrenz hat
Kommentar zur Jurydebatte um den 34. Mülheimer
mäandern in Jelineks preigekröntem Stück "Rechnitz". Wie a

Frühstück mit Jelinek
Freitag, 22. Mai 2009


Kalauer kauen im Morgengrauen. Der Toast ist auch gleich fertig. Der Tod bleibt ebenerdig. Hoch fliegen die Toten nur im Burgtheater. Im Münchner Kammerspiel ist's Klammerspiel. Den Zuschauer im Würgegriff. Packend, zupackend. Gepackt. Verpackt. Vertrackt. Kein klammes Spiel. Oh, hilf, Elfriede Jelinek, hilf! Reichst Du mir noch eine Seite Text, es ist ja wie verhext. Wie viel haben sie gestrichen? Die Münchner Hexenmeister? Ah, fast zwei Drittel. Die Axt als Mittel. Ein toller Streich! Streich drauf die Butter, der Toast schmeckt lecker, und wir sind munter. Schenkst Du mir noch einen Kaffee ein? Ich muss gleich noch nach Mülheim rein. Los komm, noch einen Kaffee. Ich muss gleich los ins Kaff, ey.

Christian Rakow, 11:35 Uhr

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Pollesch Gans anders
Donnerstag, 21. Mai 2009


gnse-an-der-ruhr

Wenn die Schauspieler mal einen Abend frei haben wollen, übernimmt eine Schar Wildgänse: So sieht es auf der Wiese hinter der Stadthalle aus, wo im letzten Juni die Zirkus-Wagenburg der Volksbühne Berlin für Ruhrtrilogie 1: Im Tal der fliegenden Messer von René Pollesch stand. Der idyllische Frieden trügt übrigens: Gute 400m weiter, auf der Schleuseninsel – im letzten Jahr Standort des Zeltes für die KinderStücke –, sammelt ein Naturschutzbund auf einem Volksfest Unterschriften gegen die Verlängerung der Jagdzeit auf Wildgänse.

Unsere Top 5 der alternativen Titel zu diesem Bild:

"Über Tiere" (Elfriede Jelinek – bitte, heute ist immerhin Jelinek-Tag!)
"Das Reich der Tiere" (Roland Schimmelpfennig)
"Ein Teil der Gans" (Martin Heckmanns)
"Mechanische Tiere" (Rebekka Kricheldorff)
"Alle Toten fliegen hoch" (Joachim Meyerhoff)

Christian Rakow, 14:19 Uhr

   

Dasei Lama – Löhles Lama, Teil II
Mittwoch, 20. Mai 2009

Überraschung bei Google. "Tierliebe extrem: Eine Frau aus Mülheim an der Ruhr teilt sich seit fast drei Jahren ihre Mietwohnung mit einem Lama", ist in einer Meldung vom Juni 2008 auf Spiegel online zu lesen. Mein Lama aus dem MüGa-Garten ist in Mülheim also keineswegs ein Exot, vielmehr deutschlandweit bekannt. Es ist eine Sie, hört auf den Namen "Socke" und wurde von Nicole Döpper mit der Flasche aufgezogen, nachdem ihm ein Teil des rechten Hinterbeins amputiert werden musste. Der Beweis! Auch mein Lama humpelte. Und es gehört, so scheint's, zu Mülheim wie die Ruhr zum Pott. Stadt der Lamaliebhaber, Metropole der Gospodins! Löhles Lama war also schon hier, bevor es überhaupt ins Drama kam.

Kann es sein, dass der Realitätsfetzenfabulierer, der die Initiationsimpulse für seine Komödien nicht selten aus ebensolchen Nachrichten und Zeitungsmeldungen abzweigt, den Kern seines Mülheim-Stücks auf ähnlichem Weg ergooglet hat? Oder hat er das ortsübliche Lieblingstier gar gezielt zum Begleiter des Helden und Sympathieträger gemacht, um sein Stück Genannt Gospodin quasi im Heimspiel an die Ruhr zu katapultieren?

Wobei natürlich die Frage ist, wer hier eigentlich von wem abschreibt – die Kunst von der Realität oder die Realität von der Kunst? Wie in Löhles Stück stehen bei Lama-Mama Döpper irgendwann die Tierschützer (hier das Veterinäramt) auf der Matte und machen Auflagen: mindestens 90 Quadratmeter Auslauf, kein Hunde- oder Dosenfutter, Heu soll her. Ansonsten droht die Auswilderung. Gegen solche Bürokratie hat es die Lamaliebe schwer. Die Geschichte verschärfte sich übrigens just einen Monat nach Löhles Gastspiel auf den Theatertagen. Hat ein Beamter der Stadtverwaltung da vielleicht etwas zu gut aufgepasst im Theater?

P.S.:

Vor wenigen Wochen wurde die Geschichte für Socke und Familie Döpper nun zu einem Happy End geführt: Die Wasserwerke Mülheim stellten ein Haus mit viel Grün an der Ruhr zur Verfügung, eine Gartenlaube dient als Stall. Und in den MüGa-Garten ist's wohl auch nicht weit. Da kann man Socke jedenfalls leibhaftig begegnen. 

Anne Peter, 13:43 Uhr

lama-im-mga-park

   

Wir brauchen Sicherheiten!
Mittwoch, 20. Mai 2009

Gespräch am Frühstückstisch:

"Klar kenn ich Delmenhorst. Bei Bremen. Mit dem schönen Autokennzeichen DH."
"Nein, DEL."
"DEL? Ich glaube, DH."
"Nein."
"Bist du dir da ganz sicher?"
"Nicht GANZ sicher."
"Dann bin ich mir GANZ sicher!"

Hoffentlich geht es in zwei Wochen auf der Jury-Abschlussdiskussion nicht so zu, wenn es wirklich wichtig wird, ob man "GANZ sicher" für … stimmt.

Christian Rakow, 13:07 Uhr

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Wo die Zitronen blühen
Mittwoch, 20. Mai 2009

venedig-detail

Ein heiterer Vorsommernachmittag, kaum eine Wolke streift am Himmel. Von See her weht uns eine milde Briese übers Haar. Sanft ruht der Küstenstreifen. Auf einer Stange im Fensterbogen hat sich ein Papagei niedergelassen, und draußen auf dem Meer kreuzt schwerelos ein Fischerboot. Wir trinken einen Cappuccino, das Knacken der Zikaden im Ohr.

"Hast du gehört", sagt unsere Filmemacherin Gertrud Schweers, "Mülheim nennen sie das Venedig an der Ruhr". Venedig? Mein Blick wird klarer; die Kraft des Wirklichen zieht mich hinfort. Diese Küste kann nicht Venedig sein! Nicht einmal Italien! Dieses ist nicht das Land, wo die Zitronen blühen. Das Meer rückt in die Ferne, die Küsten schwinden. Der Himmel trübt sich – und übrig bleibt eine milchig blaue Farbgrundierung. Oberhalb davon kommt eine Brüstung ins Bild, mit Blumenrabatten; dahinter erhebt sich ein Haus mit weißem Spritzputz. Was, bitte schön, ist das?

Wir sitzen unter einem Schirm vor der "Kortum Stube" in Mülheims Altstadt und blicken auf eine Garagenmauer gegenüber. Die hat ein Künstler mit einer Mittelmeer-Impression versehen. Großes Illusionstheater! Hier dringt der Süden in die Herzen und in den Außenputz!

Mit Venedig hat diese Ansicht natürlich nichts zu tun. Aber so ganz lässt uns der Gedanke doch nicht los. Nach dem Canale Grande von Mülheim müssen wir noch suchen, beschließen wir, während der Cappuccino vor der "Kortum Stube" langsam abkühlt. Denn reizvoll ist das vorderhand Unauffindbare. Wie meinte der Passant, den wir nach dem Weg zur Mülheimer Altstadt fragten, lachend: "Eine Altstadt?! – In Mülheim?!" Und siehe, es gibt sie! Hinter ein paar Häuserecken, ganz versteckt und klein. In diesem Sinne: Die italienischen Gewässer, die werden wir auch noch entdecken. Hand drauf.

Christian Rakow, 0:22 Uhr

venedig

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Löhles Lama
Dienstag, 19. Mai 2009


Ich traue meinen Augen kaum. Beim vortheaterabendlichen Spaziergang durch den MüGa-Garten steht da plötzlich ein Lama mitten auf der Wiese und schaut neugierig herüber. Ein echtes, freies Lama, umlagert von einer friedfertig anmutenden Gruppe Jugendlicher. Ich denke an Philipp Löhles Festivalbeitrag Genannt Gospodin aus dem letzten Mülheim-Jahr und daran, dass Gospodins Drama nur beginnt, weil man ihm mit dem Lama seinen besten Bettelkumpel weggenommen hat.

Welche Panik hatte uns seinerzeit ergriffen: Diese fiesen Tierlieben von Greenpeace. Was haben sie dem Lama angetan? Heimführung ins Gehege? Rückschiffung nach Afrika? Unendlicher Stress auf einem Ozeandampfer voll geretteter Zootiere. So viele auf engstem Raum, auf artungerechteste Weise zusammengepfercht! Exotisches Viehzeug, bestimmt zur Auswilderung in einem zentralafrikanischen Nationalpark oder im südamerikanischen Hochgebirge oder in den Tiefen der Taiga. Nilpferde nach Peru, Pandas in die Serengeti. Gospodin, dein Lama! Wild um sich spuckend blökt es, eingequetscht zwischen indischem Elefantenpaar und Süßwasserdelphin, nach dir, Gospodin! Bei dir ging es dem Lama noch gut! Mit dir trottete es durch die Fußgängerzone und bettete sich abends in deiner Wohnung auf Stroh.

Und jetzt – wie befreiend! Hätte man geahnt, dass Gospodins Lama damals bloß ans Ufer der Ruhr verschleppt wurde, man hätte glatt ein ganzes Drama verhindern können! Es guckt übrigens so komisch, das Lama. Wahrscheinlich hält es Ausschau nach seinem Autor. Denn während es friedlich auf Ruhr-Wiesen ruht und sich nicht vom Fleck bewegt, jettet Löhle seit Monaten kreuz und quer mit dem Hausautorenmantel durch die Uraufführungslandschaft.

Aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis er mal wieder in Mülheim auftaucht (Christine Dössel hätte seine Lilly Link gern schon in diesem Jahr hier gesehen). Dann könnte er endlich über die glückliche Wiederzusammenführung von Lama und Lowbudget-Held schreiben. Wenn dem Schnellschussdramatiker bis dahin bloß nicht zu viele Themen in die Quere kommen.

Anne Peter, 21:09 Uhr

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Er war doch schon lange da!
Montag, 18. Mai 2009

musik-hbner

Fundstück: Hübner in Mülheim, Kaiserstraße 29, seit 1933.

Christian Rakow, 3:47 Uhr

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Schicke Schlitten
Sonntag, 17. Mai 2009

stadthalle-sonnig

Nur dass keiner denkt, in Mülheim sei es immer ruhrpöttisch grau. So sonnig war's um die Stadthalle kurz vor dem Lutz-Hübner-Gastspiel aus Hannover. Blitzende Autos vorm Haupteingang – na, wenn das mal keine extra Deko für den Geisterfahrer ist. Die Sinnfälligkeit der Beziehung zwischen hell erleuchteter Stadthallen-Vorplatz-Gestaltung und dunklem Selbstmord-Kern des Hübner-Stücks ist allerdings rein zufällig. Ganz so schick wird – in Anbetracht der angedrohten Zwangsvollstreckung – der Wagen wohl nicht gewesen sein, mit dem Jens frontal in den einer jungen Familie raste, womit er gleichzeitig den Bauplan für Hübners analytische Dramaturgie einfuhr. Man könnte bei diesem Verhältnis zwischen Automobil-Promotion und Drama tatsächlich eher von einer antagonistischen Konfliktsituation sprechen. Schließlich trägt man aus dem Hübner-Abend so manch klare Botschaft mit nach Hause. Und eine davon lautet: Ihr Menschen in der Krise, Hände weg vom Steuer! Da sage noch einer, bei Hübner gehe es bloß um die Privatprobleme einer Sechser-Packung Midlifecrisler – im Gegenteil: Hochpolitisch ist's! Das Stück zur Abwrackprämie!

Anne Peter, 14:03 Uhr

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Krake oder Handschuh sein
Samstag, 16. Mai 2009

Wuttke, die Krake! Er hält die Zigaretten so filigran mit seiner linken Hand, dass eine liebe Bekannte (angereist aus Münster) meint: "Schau mal, der Wuttke, hat der sechs Finger?" Nein, kann doch nicht sein. "Doch, guck mal genauer hin!" Mmm, ist schwer zu sehen, hier von den Bistro-Tischen in den hinteren Reihen aus. Aber ja, ganz schmal ist diese Hand, ganz schlank die Finger, und irgendwie sind da auch sehr viele. Ein Mysterium. Die Aufklärung (und Profanierung) folgt später bei der Verköstigung des Ensembles im Restaurant der Stadthalle, das mit Säulen und hoher Decke wie ein Rittersaal zu König Artus' Zeiten anmutet. Nein, es ist alles okay mit Wuttkes Hand: fünf normalsterbliche Finger. Schade eigentlich.

(Redaktionelle Intervention: "Also mal ehrlich, 'Krake' ist doch echt ein schiefes Bild. Nach dem Geisterbahn-Pollesch hab ich da gleich so 'ne expansive Rummelplatz-Krake vor Augen. Eher das Gegenteil von filigran, oder?"

Schon, nur: Wenn Kraken schwimmen, dann gehen die Tentakel doch auch so anmutig zusammen. Aber vielleicht wird das jetzt ein bisschen Brehms Tierleben. Im US-Basketball nennen sie die eleganten Spieler mit den trickreichen Händen "The Glove". Wuttke, the glove?)

Christian Rakow, 14:36 Uhr

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Am Brunnen vor dem Tore
Samstag, 16. Mai 2009

springbrunnen-stadthalle

Gut fünf Stunden vor Festivalbeginn schnell noch angeworfen: Der Brunnen vor der Mülheimer Stadthalle, Hauptspielstätte der Theatertage. Im Hintergrund das Grün des MüGa-Gartens an der Ruhr.

Anne Peter, 10:40 Uhr

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