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Theater Marabu Bonn – Christian Schidlowsky inszeniert "Um Himmels Willen, Ikarus!"

"Um Himmels Willen, Ikarus!" – Kinderstimmen und Kritik

Malte, 7 Jahre:
Am spannendsten fand ich die Szene, wo die sich gesucht haben, und es war lustig, als sie sich immer erschreckt haben. Ihr Problem war, dass sie aus dem Irrgarten nicht raus kamen, aber am Ende kamen sie raus.

Sarah, 7 Jahre:gruppe-im-park-klein

Mir hat gut gefallen, wo die so rumgerannt sind. Lustig fand ich es, als der Sohn ins Wasser gefallen ist.

Marie, 7 Jahre:
Es war schön. Da möchte ich eigentlich noch mal hin. Besonders schön war es, als die so rumgerannt sind. Aber eigentlich war alles schön. Mir haben beide gefallen, der Vater und der Sohn.

Alex, 7 Jahre:

Mir hat der Sohn besser gefallen, weil der immer "Dad" zu dem Papa gesagt hat, und ich sag auch immer "Dad" zu meinem Papa.



Daddy Dädalus

von Anne Peter

27. Mai 2009. "Du sollst mich nicht immer Dad nennen, ich heiße Däd-a-lus", sagt der Vater zum Sohn. Ein Papa, der lieber beim Vornamen genannt werden will. Ein kalauerndes Wortspiel, das witzelnd auch die Problematik der Vaterrollenfindung einfasst, die in diesem Kinderstück ganz und gar federleicht aufgefaltet wird.

"Um Himmels Willen, Ikarus!" heißt dieses knapp einstündige Theaterereignis für 7-11jährige vom Theater Marabu aus Bonn. Nachdem das Helios Theater Hamm abgesagt hatte, weil ein Schauspieler erkrankt war, zeigen die Marabus spontan noch einmal ihr Zwei-Mann-Stück, mit dem sie bereits 2007 in Mülheim gastierten. Und bieten dabei Kinder-Erzähltheater at it's best.

Bloß nicht werden wie Papa

Das Labyrinth, in dem Dädalus und Ikarus festsitzen, besteht aus drei Stuhlkreisreihen; die Spieler agieren stets mitten im Publikum. Vom Vater selbst ist dieser Irrgarten erbaut und doch unverständlich wie das Leben selbst. "Rechts oder links? – Ich will mich nicht immer entscheiden müssen", schnaubt der energisch aufgeladene Bene Neustein als Ikarus. Vor allem will er "ganz bestimmt nicht so werden wie Papa". Auf ihrer fieberhaften Suche nach dem Ausweg muss Dädalus dem Sohn natürlich erklären, warum in aller Welt sie in dem verdammten Ding umherirren müssen, was es mit dem Minotaurus auf sich hat und wieso man als berühmter Architekt gar nicht anders kann, als für einen Tyrannen wie Minos zu arbeiten.

Ständig üben sich die beiden dabei im Zeitvertreib-Erfinden. Zum Beispiel: sagen, wie groß der Hunger ist, indem man sich riesenhafte schwarze Löcher in den Bauch denkt. Oder: Geschichten erspielen. "Richtig gruselig und grausam, aber auch lustig – und mit Singen" wünscht sich Ikarus diese vom notgedrungen allein erziehenden und tendenziell überforderten Elternteil. Und formuliert damit en passant auch die Poetologie dieser Theaterveranstaltung.

Denn der Mythos wird hier nicht als Kulturgutschutzmaßnahme runtererzählt, sondern hergenommen, um aus ihm alle Rasanz- und Spektakelfunken zu schlagen, die das Kinderherz begehrt. Die sind einerseits lustbereitender Selbstzweck, Aufregungs- und Quatschmachfeier für den Moment. Andererseits ziehen sie das Publikum ganz nah an die konfliktreiche, heutig einfühlsame Vater-Sohn-Geschichte heran.

Von blöden Kühen und kreischenden Massen

In seinen Erzählungen schmettert Claus Oberkamps Dädalus als Zeus mit niedersausender Hand Blitze auf Kinderköpfe oder wiegt als Stier-verliebte Königin ("so eine blöde Kuh") die Hüften. Vater und Sohn liefern sich zu schneller werdenden Syrtaki-Klängen wilde Verfolgungs- und Erschreckungsjagden um die Stuhlreihen herum – für die kreischende Masse eindeutig der Höhepunkt. Dann verlieren sie einander und die Kinder zeigen lautstark die Suchrichtung an. Beim Wiedersehen gibt's für Ikarus die erste und letzte Ohrfeige seines Lebens – und dann eine feste Umarmung. Zum Akkordeon gesungen wird übrigens auch noch.

Selbst für den Flug übers Meer braucht es hier nur einen kleinen Imaginationsmaschinen-Anwurf: Ikarus pustet die Feder, Dädalus hat die Idee. Es spannen sich – ganz ohne illustratives Beiwerk – die Armmuskel-Schwingen. Die bekannten, doch immerdar unnützen Ratschläge (nicht zu tief überm Wasser, nicht zu nah an die Sonne) werden erteilt und ein Steinplumpsen in einen Wassereimer genügt für den berühmten Sturz. Blitzschnell taucht Neustein-Ikarus seinen Kopf ins Wasser und hüpft dem Vater dann – ein berührendes Bild – als tote Last auf den Arm.


Um Himmels Willen, Ikarus! (UA)
von Bene Neustein, Claus Overkamp, Christian Schidlowsky
Regie: Christian Schidlowsky. Mit: Bene Neustein, Claus Overkamp.

www.theater-marabu.de

 

Kommentare (2)

27. Mai 2009, 21:05
Lisa Stein: ...
Das ist doch mal Theater, wie man es sich wünscht! Einerseits nah dran an der Kinderwelt (und nicht, wie in letzter Zeit oft erlebt, mit Problemen der Erwachsenen zugekleistert, z.B. sinnlose Liebe, Sex etc.), andererseits doch "heimlich" mit ein bisschen Bildung versehen. Toll!
28. Mai 2009, 18:05
...: bloss nicht werden wie papa
es ist eine schoene geschichte

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