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Marabu Theater Bonn – Ulrike Hatzer inszeniert "Wir alle für immer zusammen"

"Wir alle für immer zusammen" – Kinderstimmen und Kritik

Annika, 10 Jahre:

Am lustigsten fand ich die Mutter und das Kälbchen. Polleke hat mir auch gefallen. Sie hat so schöne Gedichte schrieben. In der Schule haben wir auch schon mal Gedichte geschrieben.

Tom, 10 Jahre:kinderzelt-ii
Der Mann, der besoffen gespielt hat, hat mir gut gefallen. Und gut waren auch die Themen, die wir eigentlich noch nicht wissen dürfen – Sexualkunde. Und Religion.

Ben, 9 Jahre:
Das Thema mit den Jobs war cool. Als alle gesagt haben, dass sie General werden wollen.

Mathilda, 9 Jahre:
Mir hat es durchweg gut gefallen. Es hat viel mit Gefühlen zu tun.



Von Dichtern und Schnellzeichnern

von Christian Rakow

28. Mai 2009. Was war das für eine einfühlsame Vater-Sohn-Geschichte, was für eine spektakuläre Reise in die griechische Mythologie hat uns das Theater Marabu gestern noch ins Theaterzelt der KinderStücke gezaubert. Für Siebenjährige. Heute sind die älteren Jahrgänge dran, und dieses Schauspiel ab 10 Jahren sieht plötzlich viel biederer und konventioneller aus.

Das liegt am allerwenigsten an der Inszenierung. Das Bonner Ensemble unter der Regie von Ulrike Hatzer zeichnet auch hier seine Figuren ebenso respektvoll wie mit leichter Hand und führt uns bestens getimt durch Alltagsszenen aus dem Leben einer 11jährigen. Aber die Stückvorlage "Wir alle für immer zusammen" (nach einem holländischen Jugendbuch) gerät, indem sie auf maximale Problemdichte abzielt, etwas diffus.

Mit Hasch, ohne Cash

Polleke hat sich in ihren marokkanischstämmigen Klassenkameraden Mimun verliebt, muss allerdings erfahren, dass sie als Nicht-Muslimin, die zudem den Berufswunsch "Dichterin" hegt, nicht unbedingt ins Familienbild von Mimuns Eltern passt. Pollekes allein erziehende Mutter (Tina Jücker) bändelt derweil mit ihrem Klassenlehrer an, während ihr leiblicher Vater wegen Haschisch-Handels ins Gefängnis kommt. Er brauche das Haschisch, rechtfertigt Polleke ihren versifften und verarmten Lederjacken-Papa (Claus Overkamp), denn er sei ein "Dichter", wenn auch einer ohne Gedichte.

Interkulturalität, künstlerische Selbsterfahrung von Heranwachsenden (Pollekes eigene Dichtungen gehören zu den reizvollen Momenten), die Problematik von Patchworkfamilien, der Umgang mit Homosexualität und Glauben – zahllose Themen werden  in kleinen Spielszenen oder Monologen angerissen, keines wirklich durchgeführt. In Schnellzeichnerdramatik entstehen Ansichten einer chaotischen und ratlosen Erwachsenenwelt (Claus Overkamp als "UP", d.h. "unnormaler Papa", und als fader Lehrer; Tina Jücker als Selbstverwirklichungsmama), gegen die sich die agile Protagonistin weitestgehend selbstständig behaupten muss (mit trotzigem Charme gibt Lysann Schläfke ihre Polleke).

Rollback ins vormoderne Idyll

Halt findet sie einzig auf dem Bauernhof ihrer Großeltern, wo sie das Beten lernt und Besinnung bei den Kühen findet (ihr Lieblingskalb wird mit herzöffnender Pantomime dargestellt von Bene Neustein, der ansonsten Mimun spielt und die Kinder im Stücke-Zelt an den Fußballstürmer Mario Gomez erinnert).

Am Schluss bekennt sich Mimun gegen die Überzeugungen seiner Eltern zu Polleke und plant, mit ihr gemeinsam Reißaus zu nehmen zum Bauernhof der Großeltern. Ist dieser Rollback in das vormoderne Idyll eine tragfähige Option? Führt die Flucht aufs Land tatsächlich aus den Wirrnissen modernen Familien- und Multikulturenlebens heraus? Das bleibt andeutungsvoll offen. Das Stück zielt mit seiner sympathischen Heldin Polleke eher auf einen breiten, schillernden, total heutigen Problemhorizont als auf Nahaufnahmen einer Familien- und Erste-Liebe-Geschichte. Aber „wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen“. Diskussionspotenzial ist jedenfalls reichlich vorhanden.


Wir alle für immer zusammen
nach Guus Kuijer
Aus dem Niederländischen von Sylke Hachmeister
Regie: Ulrike Hatzer. Mit: Lysann Schläfke, Bene Neustein, Tina Jücker, Claus Overkamp.

www.theater-marabu.de

 

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