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Sieben Fragen an…

Felicitas Brucker


Felicitas Brucker, Regisseurin, München

Geboren 1974 in Stuttgart. Studierte Theaterwissenschaften, Literatur und Kommunikationswissenschaften in München. Anschließend Regiestudium in London im Rahmen eines DAAD Stipendiums. 2003-06 Regieassistenz und Regie an den Münchner Kammerspielen. Darauf folgten Arbeiten am Theater Freiburg, Staatstheater Hannover, Maxim Gorki Theater Berlin, Thalia Theater Hamburg, am Schauspielhaus Wien und am Nationaltheater Athen. 2007 erhielt sie den Förderpreis im Bereich Darstellende Kunst, verliehen von der Akademie der Künste Berlin. Ab 2009/10 Hausregisseurin am Schauspielhaus Wien.

1. Wie sind Sie in der Vergangenheit mit den Mülheimer Theatertagen in Berührung gekommen?

Meine Inszenierung von "hamlet ist tot. keine schwerkraft" von Ewald Palmetshofer (UA am Schauspielhaus Wien) wurde letztes Jahr zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen.

2. Was ist spezifisch am Blick einer Regisseurin auf Stücke?

Bei aller Subjektivität, mit der jeder Mensch Stücke liest, letzten Endes die Frage und das Entscheidungsmoment, ob man mit diesem Text etwas erzählen kann, das einen selbst ganz persönlich erreicht und das gleichzeitig ein gesellschaftlich relevantes Moment abbildet.

3. Was macht für Sie ein gutes Theaterstück aus?

Wenn ein Text in mein System eingreift und das länger als über die Dauer des Lesens oder des Sehens hinweg. Jeder gute Text kann ein gutes Theaterstück werden. Wichtig finde ich eine inhaltliche Auseinandersetzung, die über eine rein realistische Abbildung von Alltagsdialogen hinausgeht. Besonders interessieren mich Texte, die mit dem Unschönen der Gesellschaft umgehen, Stücke, in denen die Menschen sowohl in einer Geschichte gefangen sein als auch als emanzipierte Subjekte aus dieser herausbrechen und selbst erzählen oder reflektieren können. In diesem Widerspruch stehen sie sich dann oftmals tragischerweise im Wege und ihr Anrennen gegen das Unlösbare lässt sie umso authentischer erscheinen.

4. Inwieweit dürfen, Ihrer Meinung nach, Regisseure bei der Uraufführung in die Textgestalt eines neuen Stückes eingreifen?

Genauso viel oder wenig wie bei jedem anderen Stück auch. Ich halte mehr von produktiver Reibung als von kompletter Deckungsgleichheit. Eine sehr intensive Erfahrung ist für mich in diesem Kontext die gemeinsame Stückentwicklung mit dem Autor bis zur Uraufführung.

5. Welche Herausforderung stellt die Inszenierung eines zeitgenössischen Stückes im Vergleich zu der eines Klassikers?

Das ist schwer allgemein zu fassen. Bei einem Klassiker ist man damit konfrontiert, dass das Stück eine mehr oder weniger erfolgreiche Rezeptionsgeschichte durchlaufen hat und man nun selbst die Chance hat, einen eigenen und zeitgemäßen Fokus zu finden, der Bekanntes neu beleuchtet. Ein neuer Text hat noch nie oder erst selten gelebt, man geht das Risiko ein, nicht zu wissen, wie viel er einem schenkt oder wie viel er aushält. Aber man trägt dafür keine "Erblast" mit sich herum, sondern hat die Freiheit, mit etwas erstmalig umzugehen.

6. Welches nicht eingeladene Stück hätten Sie persönlich in diesem Jahr gern in Mülheim gesehen?

Ich vermisse immer wieder Stücke von Thomas Freyer in Mülheim.

7. Was war Ihr letztes bemerkenswertes Theatererlebnis?

Die Stürmung und folglich der Abbruch der Premiere von "Roberto Zucco" am Nationaltheater Athen während der dortigen Unruhen vor einigen Monaten.

Dem Aufruf, "Zucco" finde auf der Straße und nicht auf der Bühne statt, folgten einige von uns dort arbeitender Theaterleute, sodass wir auf die Straße gingen und diskutierten. Die Frage, ob in Zeiten der Krise Theater in seiner Abkapselung versagt oder inwieweit es in die politische und soziale Wirklichkeit eingreifen kann, gewann eine andere Brisanz. Vor dem Hintergrund dieses besonderen Ereignisses in Athen hatte sich jedenfalls ein "Roberto Zucco", der doch so viel von gesellschaftlichen Verhältnissen erzählen wollte, auf dem geschützten Terrain der Bühne als unmöglich erwiesen.

Hier antworten die übrigen Mitglieder der Preisjury.

 

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