Letzte Kommentare

Presserundschau zur Jurydebatte und Preisvergab
ich hab die seite eben erst gefunden, weil ich an der uni
ruhrpod 6 – Hier und Jetzt
Gosch ist tot. Ich dachte hier kommt was. Oder ist die Sei
Presserundschau zur Jurydebatte und Preisvergab
Was soll das, "I thelen"? Das tut nichts zur Sache. Intere
Presserundschau zur Jurydebatte und Preisvergab
liebe sabine. du bist doch gar keine sabine. du bist doch
Presserundschau zur Jurydebatte und Preisvergab
was soll denn daran bedenkenswert sein? dass peymann sagt,
Presserundschau zur Jurydebatte und Preisvergab
Das sind doch bedenkenswerte Argumente von Claus Peymann,
Kommentar zur Jurydebatte um den 34. Mülheimer
Ja, das ist schade, daß Jelinek keine echte Konkurrenz hat
Kommentar zur Jurydebatte um den 34. Mülheimer
mäandern in Jelineks preigekröntem Stück "Rechnitz". Wie a

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Beitragsseiten
Auszug "Cinecittà aperta" von René Pollesch
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Seite 5
Alle Seiten
TINE: Diese Kontrollmöglichkeiten legen jetzt dauernd die Idee nahe, die Menschheit müsse auch einen Zweck haben. Aber das hier hat keinen Zweck, es funktioniert einfach.

Bloß wenn du dein eigenes Funktionieren dauernd kontrollierst glaubst du mehr und mehr einen Zweck zu entdecken. Aber! W i r sollen dauernd denken, weil wir einen Zweck haben, sollen wir unser Funktionieren kontrollieren. Nein. Es gibt keinen Plan. Der Plan entsteht dadurch, dass wir uns kontrollieren und unser Funktionieren kontrollieren.

INGA: Die Möglichkeit der Kontrolle unseres Funktionierens lässt die Idee eines Zwecks entstehn, eines Sinns, eines Plans. Dieser Plan ist aber nur die Kontrolle. Daß wir hier einigermaßen ähnlich aussehen wird kontrolliert durch bestimmte Hygienemaßregeln. Also durch Kontrolle und nicht durch einen Plan.

MARTIN: Tatsächlich hat die Menschheit keine Zwecke, es liegt ihr kein Plan zugrunde von etwas Höherem Größerem. Sie funktioniert. Und sie bringt ständig Rechtfertigungen für die Kontrolle ihres Funktionierens hervor. Wir müssen uns damit abfinden, dass unser Sinn, die Wahrheit über uns, unser Inneres, unsere geheimste Wahrheit nur Rechtfertigungen dieser Kontrolle sind. Der Humanismus ist die letzte von ihnen. Danach sollte es endlich aufhörn. Kontrolle und Institutionen sind willkürlich!

INGA: Aber vielleicht ist die Idee vom Menschen notwendig, damit wir hier überhaupt eine Gemeinschaft sein können. Damit eine Gesellschaft überhaupt funktioniert.

CATRIN: Sagen wir es so: Es gibt vielleicht unser Funktionieren ohne eine Historie oder ohne die Geschichten, die uns kontrollieren, aber immer so tun, als würden sie einen Sinn verfolgen. Die Menschheit entdeckt gerade die Möglichkeit ihres Funktionierens ohne Mythen.

MARTIN: Den Kapitalismus als immer schon existierenden naturzusammenhang des menschlichen Zusammenlebens zu Verkaufen, das ist die Leistung des späten 18.Jahrhunderts an einem nie vorher dagewesenen gesellschaftlichen Zusammenhang. Es gibt kein historisches arm-reich-Verhältnis. das ist erstens ahistorisch und das ist zweitens: bestimmt kein Kapitalismus. Hier so hochtrabend mit dieser splitscreen zu arbeiten und zu behaupten, beim Kapitalismus ginge es um arm und reich ist Teil dieser illusoirschen Gesellschaft. Die klassische Arbeiterbewegung gibt es nicht mehr, und deshalb muß hier Marx als sein eigener Dissident wiederentdeckt werden. Bei Marx geht es um die Konstitution der bürgerlichen Subjektivität.

Und die Kritik am Kapitalismus soll dann in diesem arm reich Verhältnis aufgehn? Das ist doch harmlos. Das ist doch wie mit zwei Löffeln Messer und Gabel spielen.

Und dafür halten alle auch den Darwinismus. Diese nie vorher dagewesenen Zusammenhänge die wir sind, als Naturzusammenhang zu verkaufen. Und das ist eben nicht Darwins Leistung sondern, die konkreten Wesen, die kontingenten Wesen, deren Existenzen offen sind. Ohne eine Akstraktionsebene über ihnen, wie Mensch, Gott oder Plan.

Trystan: Der Kampf aller Individuen ums Dasein bedeutet, es gibt kein im Anfang schon angelegtes Wesen. In einem offenen Kampf kann sich nichts entfalten, das etwa schon angelegt wäre in uns. Ein Kampf hat mit offenen strategischen Kräfteverhältnissen zu tun. wenn die im Film deutschland im jahre Null es mit Kräfteverhältnissen zu tun haben, die kontingent also absolut offen sind, dann kann ein Film über diese Leute, die das leben, nicht eine Herkunftsgeschichte erzählen, die damit endet dass sich Rosselini wünscht, das nach seinem Film die Kinder wieder Lebensfreude empfinden. Das kann nicht das Gleis sein auf das ich bei meiner Geburt gestellt werde: Lebensfreude. Gerade nicht. Also durch unsere Herkunft. Eine Herkunftsgeschichte kann es nicht geben von diesem Körper.