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Presserundschau zur Jurydebatte und Preisvergab
ich hab die seite eben erst gefunden, weil ich an der uni
ruhrpod 6 – Hier und Jetzt
Gosch ist tot. Ich dachte hier kommt was. Oder ist die Sei
Presserundschau zur Jurydebatte und Preisvergab
Was soll das, "I thelen"? Das tut nichts zur Sache. Intere
Presserundschau zur Jurydebatte und Preisvergab
liebe sabine. du bist doch gar keine sabine. du bist doch
Presserundschau zur Jurydebatte und Preisvergab
was soll denn daran bedenkenswert sein? dass peymann sagt,
Presserundschau zur Jurydebatte und Preisvergab
Das sind doch bedenkenswerte Argumente von Claus Peymann,
Kommentar zur Jurydebatte um den 34. Mülheimer
Ja, das ist schade, daß Jelinek keine echte Konkurrenz hat
Kommentar zur Jurydebatte um den 34. Mülheimer
mäandern in Jelineks preigekröntem Stück "Rechnitz". Wie a

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Der shorty 7 – zu Oliver Bukowskis "Kritische Masse"

Die billige Masche

von Esther Boldt

3. Juni 2009. Vor dem Witz sind alle gleich. Über eine lange Strecke sieht Sebastian Nüblings Inszenierung der "Kritischen Masse" aus wie eine Freakshow, die dem gemeinen Theatergänger das sogenannte Prekariat vorführt: Menschen, die ausgewaschene Jeansröcke mit Strass-Applikationen tragen und enge Schlauchkleider mit schrillen Mustern, Kette rauchen und aus Milchtüten trinken. Lauter Typen wie billige Maschen.

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Der Shorty 6 – zu Sibylle Bergs "Die goldenen letzten Jahre"

Ich hatte viel Bekümmernis

von Christian Rakow

2. Juni 2009. "Besser reich und gesund als arm und krank", pflegt mein Vater zu sagen. Und ungefähr so geht auch der Scherz, den sich Sibylle Berg mit ihrer Außenseiterfarce "Die goldenen letzten Jahre" erlaubt. Man ist "arm dran", wenn man fett ist und beim Reden spuckt (Uwe: Anke Zillich), oder ein autistischer Bettnässer (Paul: Günter Alt), oder eine Stützprotestenträgerin mit Kinderlähmung (Bea: Susanne Bredehöft). Auch depressiv und unscheinbar ist nicht gut (Rita: Stefan Preiss). Da wird man schnell beschimpft, erniedrigt oder auch mal in eine Kiste unter die Erde gesperrt. Und zwar, na klar, von denen, die reich und gesund sind.

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Der shorty 5 – zu Roland Schimmelpfennigs "Hier und Jetzt"

Hahnen- und Hanswurstkämpfe

von Anne Peter

25. Mai 2009. Welch Überraschung! Für das bisher größte Aha-Erlebnis der Theatertage sorgen Jürgen Gosch und seine Zürich-Crew mit "Hier und Jetzt". Denn sie beleben den Schimmelpfennig-Text auf eine Art, die sein (bislang von mir nahezu komplett übersehenes) komisches Potential aufs Schönste hervorkehrt. Die beim Lesen noch bedeutungsschwer daherkommenden, dauerwiederholten Sätze werden hier zu Running Gags. Immer wieder macht Christine Schorn das zickzackflügige Gesummse der Stechmücke hörbar. Immer wieder fragt Karin Pfammatter in den (mutmaßlich leeren) Kinderwagen: "Na, was sagst du?". Immer wieder erzählt Georg Martin Bode von den herzzerreißenden Ärschen vierer Däninnen am Strand von Marielyst.

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Der shorty 4 – zu Elfriede Jelineks "Rechnitz (Der Würgeengel)"

Gurgeln mit Allerweltsfaschismen

von Christian Rakow

22. Mai 2009. Ihr Ruf war ihnen ja schon vorausgeeilt (schmerzlich vermisst beim Theatertreffen!). Und nun also kamen sie in Mülheim an, die fünf Meistersprecher aus München in der Regie von Jossi Wieler. Und sie kamen an! In ein Jagdschlossambiente hinein, mit Adolf-Eichmann-Kopfhörern an den Holzwänden, tänzeln sie zur Rampe. Im Zeitlupentempo zu vorabendshowmäßig aufgepeppten Freischütz-Melodien, winkend und grüßend. Ihre gute Laune haben sie sich wie Bräunungscreme ins Champagnerantlitz geschmiert. Als Boten kommen sie (André Jung, Hildegard Schmahl, Steven Scharf, Katja Bürkle und Hans Kremer), Bericht zu erstatten von einem Gefolgschaftstreffen samt Mord an 180 Zwangsarbeitern kurz vor Kriegsende.

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Der shorty 3 – zu Ulrike Syhas "Privatleben"

Auf Zweisamkeits-optimistischen Höhen

von Anne Peter

19. Mai 2009. Zum Glück ist ER nicht allein. Schließlich behauptet er von sich, "ein langweiliger Mensch" zu sein – und hat mehr als Recht damit. Paradoxerweise hört er sich – wie alle anderen im Stück auftauchenden Männerfiguren – dennoch gern reden, wenngleich auf entschieden wortkarge Art, und hält es also für abendfüllend, sein selbsterklärtermaßen irrelevantes Privatleben vor uns auszubreiten. Aber wie gesagt: Zum Glück ist ER, Lutz Ackermann, Familienbetriebs-Junior, paradigmatischer Beziehungsunfähigkeitler und Verantwortungsflüchtler, nicht allein.

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Der shorty 2 – zu Lutz Hübners "Geisterfahrer"

Torschluss auf Vorschuss

von Christian Rakow

17. Mai 2009. "Ich hatte schon die Befürchtung, dass hier irgendwelche Langweiler einziehen", begrüßt Harald seine neuen Mitbewohner auf einer ihrer zahlreichen Hauspartys. Und gegen diese Befürchtung scheint auch Barbara Bürk in ihrer Hannoveraner Uraufführung von Lutz Hübners "Geisterfahrer" mit einigem Aufwand anspielen zu lassen. In grimassierender Überzeichnung greift sich Christian Erdmann seinen tapsigen Verführer Pitt, gibt Martina Struppek ihre Power-Psychologin Gaby als verhinderte Stimmungskanone in Glattlederhosen. Der müde Kumpelmacher Harald (Wolf List) steigert sukzessive seinen Erregungspegel mit Wein und Kabbeleien. Das alles passiert unter regelmäßigen Lichtwechseln in Gartenmöbeln und Couchgarnituren auf einer ansonsten stylish leeren Bühne.

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Der shorty 1 – zu René Polleschs "Fantasma"

Von den letzten Dingen

von Anne Peter

16. Mai 2009. Das Theatertage-Publikum liebt seinen Pollesch – und am Ende ist's am schönsten. Bloß ist das Ende noch gar kein Ende, und der Applaus folglich ein Zwischenapplaus. "Kümmern wir uns um das Ende!", gibt Sophie Rois als Parole aus, wirft der Kamera noch einen resoluten Blick zu, macht resolut auf dem Absatz kehrt und verschwindet, den Rest der "Fantasma"-Truppe im Schlepptau, auf ebenfalls resolute Weise durch den Plastemauer-Vorhang ins Innere der bühnenfüllenden Geisterbahn, die sich mit rotem "Thriller"-Glitter als Untotenbehausung ausschreit.

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