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Der shorty 3 – zu Ulrike Syhas "Privatleben"

Auf Zweisamkeits-optimistischen Höhen

von Anne Peter

19. Mai 2009. Zum Glück ist ER nicht allein. Schließlich behauptet er von sich, "ein langweiliger Mensch" zu sein – und hat mehr als Recht damit. Paradoxerweise hört er sich – wie alle anderen im Stück auftauchenden Männerfiguren – dennoch gern reden, wenngleich auf entschieden wortkarge Art, und hält es also für abendfüllend, sein selbsterklärtermaßen irrelevantes Privatleben vor uns auszubreiten. Aber wie gesagt: Zum Glück ist ER, Lutz Ackermann, Familienbetriebs-Junior, paradigmatischer Beziehungsunfähigkeitler und Verantwortungsflüchtler, nicht allein.

Dieter Boyers Inszenierung setzt auf ein waches Miteinanderspiel seines Fünfer-Teams, das die größtenteils episierte Handlung als kollektives Erzähltheater präsentiert. Das "Land, das schrumpft" glänzt auch in der szenischen Umsetzung durch Abwesenheit. Die Grundsituation ist die einer offenen Probe, bei der zwischen zwei gegenüberliegenden Publikumsblöcken und Podeststegen gelungen lockeres Textdurchsprechen stattfindet, mit fester Rollenverteilung von ER und SIE und variabel aufgenommenem Restpersonal. Reichlich Publikumsnahkontakt und Direktansprache sowie gelegentlicher Kaffeetreff um eine Thermoskanne inklusive.

Aus dem Zusammensitzen und Zuhören heraus werden Szenen leicht angerissen, Figurenhaltungen angespielt, kurzfristig ganzkörpergefüllt oder vom einen zum anderen souverän hin- und hergeswitcht. Zwischendurch ist man "privat". Anders als in Barbara Bürks Geisterfahrer-Inszenierung enthalten sich die Spielenden dabei auch weitgehend der karikierenden Denunziation ihrer Figuren. Während Tilo Krügels ER allerdings auf gleichbleibend coolem Selbstgefälligkeitslevel agiert, spricht sich Bettina Schmidts SIE variantenreich aus Langzeitaffaire-gestählten Tiefen immer wieder in Zweisamkeits-optimistische Höhen, schwingt sich von spöttelnder Ironie und Verknalltheitslächeln zum Brüllausbruch. Zum Glück ist ER nicht allein.

Hier geht's zur Nachtkritik mit Kritikenrundschau der Uraufführung in Chemnitz. Den Stücktext von "Privatleben" haben wir in unserer Stückkritik unter die Lupe genommen. Und hier berichten wir vom Publikumsgespräch.

 

Kommentare (1)

19. Mai 2009, 22:05
Privat: ...
Ich fands mal total schön, nicht mit Pseudo-Politik zugequatscht zu werden, sondern mal wieder echt ins Nachdenken über mein Leben zu kommen - über schöne und verkorkste Beziehungen, Langeweile und die Angst vor ihr, sowas eben.

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