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Sieben Fragen an Ulrike Syha

"Nichts verärgert so wie seichtes Amüsement"

1. Wie kamen Sie auf die Idee für Ihr Stück "Privatleben"?

Ich fahre offensichtlich zu viel Zug. Von dort aus betrachtet sieht Deutschland für mich derzeit exakt so aus wie in meinem Stück "Privatleben".

2. Warum schreiben Sie für das Theater?

Es ist das lebendigste Medium, das ich kenne. Es braucht (und verbraucht) unglaublich viele Menschen.

Das fasziniert mich immer wieder.

3. Was macht für Sie ein gutes Theaterstück aus?

Ich unterscheide nicht so sehr zwischen Theatertexten und Texten anderer Natur.

Ich halte einen Text dann für gut, wenn es ihm gelingt, meine Aufmerksamkeit über einen angemessenen (d.h. länger als den von mir vorher einkalkulierten) Zeitraum zu binden. Dies kann auf sehr unterschiedliche Weise gelingen – und ich möchte hiermit ganz sicher keine Bresche schlagen für das Primat des seichten Amüsements. Nichts kann so nachhaltig langweilen und verärgern wie seichtes Amüsement.

Außer einem schlechtem Plagiat vielleicht.

4. Wie wünschen Sie sich den Umgang eines/r Regisseurs/in mit Ihren Stücken?

Trotz der Härte des Marktes ab und an den Mut zu haben, sich auch mal gegen ein Stück zu entscheiden. Oder, anders formuliert: Ein Stück nur dann zu inszenieren, wenn man wirklich DIESES Stück inszenieren möchte.

Stimmt diese Grundvoraussetzung, bin ich für fast alles offen.

5. Welcher Tätigkeit würden Sie nachgehen, wenn Sie nicht Dramatikerin wären?

Es gibt dieses Alter, in dem man ständig gefragt wird, was man denn später mal werden möchte. In dem Alter hätte ich vermutlich ganz naiv geantwortet: Ich möchte mal Archäologin werden. Das war allerdings, bevor mir klar wurde, dass diese Tätigkeit unter Umständen mit dem Aufenthalt an heißen, staubigen Orten verbunden ist, und ich weder mit Hitze noch mit Staub besonders viel anfangen kann.

Ein paar Jahre später kommt dann das Alter, in dem man ständig gefragt wird, was man denn mit seinem Leben nun eigentlich anzufangen gedenkt. Der Ton der Frage ist hier schon eindeutig quengliger. Das wäre mir bestimmt auch damals nicht entgangen, und deshalb hätte ich vermutlich relativ unspezifisch-ausweichend geantwortet: Irgendwas mit Theater.

Studiert habe ich dann Dramaturgie.

Bis zum Abschluss durchzuhalten ist mir allerdings nicht gelungen.

Ob ich also tatsächlich mal Dramaturgin geworden wäre, bleibt fraglich.

Ich schätze, es wäre – wie im Leben so üblich – alles einfach ganz, ganz anders gekommen.

6. Um welchen Satz beneiden Sie Ihren Lieblingsautor / Ihre Lieblingsautorin?

Ich bin, ehrlich gesagt, noch nie auf die Idee gekommen, einen Autor um einen Satz zu beneiden. Vielleicht liegt das aber nur daran, dass ich mir Zitate einfach so wahnsinnig schlecht merken kann.

7. Was war Ihr letztes bemerkenswertes Theatererlebnis?

Ich bin beim Lesen der Frage immer wieder über das Wort Erlebnis gestolpert.

Ich gehe gern ins Theater und auch viel – aber selbst wenn mir eine Vorstellung, ein Projekt oder ein Festival gefällt, würde ich wohl kaum im Nachhinein von einem Erlebnis sprechen.

Das mag man der allgemeinen Abstumpfung des "professionellen" Zuschauers zuschreiben – vielleicht kommt es aber auch daher, dass Theater für mich eher eine Unterbrechung des eigenen Erlebens darstellt, eine Phase ungehemmten, reinen Sehens und Beobachtens, das sich ganz auf andere konzentriert.

Solange ich zuschaue, finde ich selbst nicht statt. Erst nach Verlassen des Theaters fange ich an, das Gesehene in mein eigenes Erleben zu integrieren.

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